Achtsamkeit

Achtsamkeitsmethoden, wie die achtwöchige MBSR  (Mindfulness-Based Stress Reduction)-Therapie von Jon Kabat-Zinn, haben den Modebegriff Achtsamkeit in die öffentliche Diskussion gebracht. Sie versuchen durch eine Kombination von Yoga und Meditationstechniken des Zen östliche Techniken als Heilmethoden zu etablieren. Durch viele klinische Studien sind positive Wirkungen bei der Behandlung von z. B. chronischen Schmerzzuständen und Depressionen nachgewiesen worden.

Die Achtsamkeitspraxis ist Bestandteil neuer verhaltenstherapeutischer Verfahren und wird in den USA und in Deutschland von Medizinern und Therapeuten angewandt. Sie kann begleitend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden, um das Immunsystem der Patienten zu stärken, das durch Stress auf Dauer geschwächt wird.

Achtsamkeit war in den buddhistischen Meditationen in einen anderen Kontext eingebettet. Die Schulung umfasste Ethik, Achtsamkeit und Weisheit und beinhaltete das Studium buddhistischer Schriften.
Im Westen ist sie nur eine Technik, die dazu benutzt wird, erfolgreicher, innovativer und gesünder zu werden. Man verliert so den spirituellen Kern aus dem Blick, ein ethisch verantwortliches Handeln zu entwickeln, das den Prinzipien tiefer Religiösitat und Menschlichkeit entspringt.

 

Durch die Kombination von Alexander-Technik und Zen-Buddhismus bleiben alle diese Elemente in die Übung eingebunden und die Achtsamkeit bleibt nicht nur bei der Glücksmaximierung und der Steigerung der eigenen Selbstentwicklung stehen.
Änderungen des Gebrauchs des Körpers umfassen immer auch eine Entwicklung zu mehr seelischer und geistiger Balance, weswegen F. M. Alexander ja auch sein Buch The Use of the Self, der Gebrauch des Selbst genannt hat, um den ganzen Menschen zu umfassen. In der traditionellen Zen-Schulung, die im Programm „Leben aus der Mitte“ in ein christliches Umfeld eingebunden ist, findet Achtsamkeit als Grundlage jeglicher Kontemplation unter Beteiligung des Körpers seine ursprünglichen Ziele wieder, den Menschen aus seinem wahren Selbst inmitten einer ethisch verantwortlichen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu positionieren.

Buddha mudra

The cultivation of awareness is absolutely bound up with non-doing. It’s much more difficult to be reliable aware when you’re busily engaged in doing something.
If you really want to listen or to see, you really need to be quiet and calm and still.
And so if you really want to be aware of the functioning in yourself, you need calmness and quietness and stillness to develop the awareness.
You don’t get the awareness from sudden flashes. It’s something that is built up over periods of time.

Walter Carrington (Pupil of F.M. Alexander)
Thinking Aloud p.136

Gert Scobel

1.Achtsamkeit – was ist das eigentlich?

Gert Scobel

2. Achtsamkeit – was dabei im Gehirn passiert

Gert Scobel

3. Achtsamkeit kann auch gefährlich sein